Kommt der März, kommen die Lämmer. Gotlandschafe sind da ganz genau und haben feste Regeln: Sex von Oktober bis November, Kinder wenn es warm wird – also von Mitte März bis Mitte April. Väter werden dann nicht mehr gebraucht.
Sind Gotlandschafe sich selbst überlassen, so war es wohl früher überall und noch heute in Naturschutzgebieten, dann bilden sich neben den Mütter-Kind-Kolonien eigenständige Männergesellschaften. Die Böcke machen ihr eigenes Ding – Rangfolge ausfechten, fressen oder faul in der Sonne liegen. Alles wie im richtigen Leben. Auf unseren drei Hektar ist das nicht zu machen – viel zu klein. Wir sorgen also dafür, dass nach dem herbstlichen Amüsement kein Bock in der Herde ist.
Im Winter sind die Schafmütter allein und sie kommen gut mit Kälte und Schnee zurecht. Die Rangfolge wird ab und an neu verhandelt, in der Regel ist es eine ältere, von allen anerkannte Schafdame, die das Sagen hat. Im März kommen dann die Lämmer und der Kreislauf beginnt von vorn.